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Späte Freiheit Ruhestand

Vom Gelingen der dritten Lebenshälfte

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Ruhestand

Transformationen vom Beruf in den Ruhestand oder: „Die Blume des Übergangs“

Wenn wir das Berufsleben verlassen (müssen), dann wird sich ein Großteil unseres Umfeldes verändern. Auf diesen Wechsel in den verschiedensten Lebensbereichen werden wir in aller Regel nicht vorbereitet …

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(Vor-)Ruhestandscoachings für Desinteressierte

Wozu soll daran eigentlich gut sein, was der Schiele da macht? Da berät oder coacht oder trainiert ein ausgebildeter Coach mit Heilerlaubnis und einem Dutzend Weiterbildungen mit therapeutischem Hintergrund Endfünfziger oder startende Sechziger für den Eintritt in ihren Ruhestand. Und die bezahlen ihn auch noch dafür! Als ob diese Leute nicht selbst darauf kommen würden, wie man eine glückliche dritte Lebensphase auslebt, wenn sie nur ein klein wenig nachdenken würden …

Schön wär´s. Aber die Realität zeigt, dass eine große Zahl von Menschen sich die einmalige Chance entgehen lässt, diese Zeit zur besten ihres Lebens zu machen. Denn leider wurden wir weder von der Gesellschaft, von der Wirtschaft oder von der Politik angehalten oder gar darüber geschult, welche Herausforderungen mit dem Übergang vom Beruf in den Ruhestand einhergehen. Für unseren Berufseintritt mussten wir eine Legitimation vorlegen: ein Diplom, einen Meisterbrief, eine Lehrabschlussprüfung, aber mindestens jedoch einen Schulabschluss nachweisen. Beim Eintritt in die Rente verlangt niemand von uns ein Zertifikat, eine Beglaubigung oder eine Urkunde darüber, ob wir reif und qualifiziert genug für dritte Lebensphase sind. Und vor allem: Ob wir diese auch entsprechend erfolgreich und erfüllt gestalten können.

Aber noch ist nichts verloren! Ganz individuell und achtsam können wir uns einem qualifizierten, erfüllten und sinnorientierten Ruhestand nähern: Im Rahmen von interaktiven Workshops und Seminaren, durch informative Vorträge und Buchlesungen. Aber auch mit Team- oder Individualcoachings. Letztere bauen auf drei wesentlichen Säulen auf: dem Lebensrückblick, dem aktuellen Lebens(zwischen)fazit und der (neuen) Lebensplanung.

Lebensrückblick

Der erste Schritt in meinem Übergangscoaching ist eine aufrichtige, positive und achtsame Rückschau vom Gipfel meines Lebensberges, auf dem ich angekommen bin, nach unten auf den durchschrittenen Lebenspfad. Ich nenne es auch den Blick in den „Rückspiegel des Lebens“. In einer geschützten Umgebung nehme ich mir die Zeit, das Gewesene in meinem Leben zu reflektieren und als Gewinn zu verbuchen. Es geht darum, meine Vergangenheit im Lichte das damals Machbaren zu verstehen, die Geschehnisse als unkorrigierbar anzunehmen und die Resultate als wertvolle Erfahrungen meines eigenen Lebensweges zu akzeptieren. Alles, was geschehen ist, ist das Ergebnis meiner Selbstwirksamkeit. Es macht keinen wirklichen Sinn, „verlorenen“ Chancen nachzutrauern; der unausgeführte „Plan B“ ist bedeutungslos geworden.

Lebenszwischenfazit

Im zweiten Schritt mache ich einen „Boxenstopp“; hier geht es um ein Innehalten im Hier und Jetzt. Denn die wichtgsten Entscheidungen im Leben habe ich längst getroffen. Oder anders gesagt: um den Lebens-TÜV mit der Aussicht auf die nächsten Jahre „betriebssicherer Zeit“. Es geht es um die Würdigung und Wertschätzung des Erreichten, und zwar in allen Lebensbereichen, nicht nur im beruflichen Kontext. Welche persönlichen Erfolge habe ich für mich verbuchen können, welche Rückschläge habe ich eingesteckt und was habe ich daraus für die Zukunft gelernt. Und: Welche einschneidenden Ereignisse haben mich geprägt, stärker gemacht oder mich sogar nachhaltig verändert im Verhältnis zu mir selbst und meiner Umwelt? Wie nutze ich am besten diese noch nie dagewesene Chance, aus einem weitgehend fremdbestimmten Lebensabschnitt in einen selbstbestimmten zu wechseln? Bisherige entfremdende Arbeit in Freitätigkeit zu transformieren? Wie versöhne ich mich mit dem Gedanken nun nicht mehr so viel Zeit vor mir zu haben, wie bereits hinter mir liegt?

Lebensplanung

Im dritten Schritt schalte ich den „Visionsscheinwerfer“ an: Die Sicht auf meine Zukunft wird erleuchtet! Hier heißt es für mich, mit den Fähigkeiten und dem Erfahrungsschatz eines langen Lebens die ureigenen persönlichen Visionen in konkrete Ziele zu verwandeln, meinen Lebensplan noch einmal zu überdenken und anzupassen an die neuen Bedingungen. Es geht um nicht mehr und nicht weniger, als darum, die persönliche Biografie zu vollenden! Bisher wurde ich weitgehend von den Restriktionen des Berufes und der Existenzsicherung bestimmt – jetzt sollte ich mich zum aktiven Gestalter meiner dritten Lebensphase weiterentwickeln! Lange Zeit wurde ich von verschiedenen Unternehmen nachhaltig geprägt, jetzt gilt es, mein eigenes „Unternehmen Ruhestand“ zu führen.

Mehr über meine Angebote in meinem Profil bei Xing (www.xing.de), auf meiner Internetseite oder hier im Blog bei „Meine Angebote“ oder „Neu 2019“.

Ihr (Vor-)Ruhestandscoach Wolfgang Schiele

Copyright Wolfgang Schiele 2019 | Coaching50plus | http://www.coachingfiftyplus.de

Der Rentensprung: Vom Müssen und Sollen zum Können und Dürfen

Im Übergang vom Beruf in den Ruhestand tritt eine Vielzahl von Veränderungen ein. Zu den wichtigen Changeprozessen gehören zweifelsohne die Neugewichtung des Lebensmittelpunktes, die strukturelle Umgestaltung von Alltagsabläufen, die Transformation der sozialen Rollen und die Neuorientierung auf veränderte Ziele …

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Bessere Kommunikation im Alter

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Meine ersten vorsichtigen Schritte und Erfahrungen mit dem Thema „Herausforderung Ruhestand“ in der Öffentlichkeit habe ich vor etwa fünf Jahren in Volkshochschulkursen gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich überwiegend, manchmal sogar ausschließlich, vor Frauen moderierte. Männer waren Mangelware …

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Wertschätzung durch Weiterbildung

Gerade in der heutigen Zeit, in der die Mehrheit der Deutschen das 50. Lebensjahr überschritten hat, sollte der Fortbildung für diese Altersgruppe einen ganz besonderen Stellenwert erhalten. Zumal die Zunahme des Wissens mit der 4. technischen Revolution eine nie gekannte Geschwindigkeit angenommen hat und sich komplette Arbeitswelten von analog auf digital umstellen.

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Die Kunst des späten Gelingens

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Was alles muss man unternehmen, testen, ausprobieren, um als aktiv alternder Mensch tatsächlich seine sinnvolle und erfüllende Altersaufgabe für sich zu finden und auszugestalten?

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Die „Heldenreise“ – Ein E-Book

Im zu Ende gehenden Jahr habe ich ein Essay geschrieben und in diesem Blog auf 15 verschiedene Beiträge verteilt.

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Das „Riemann-Thomann-Kreuz“ und seine Bedeutung für den Ruhestand

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Dieses Modell beruht ursprünglich auf den Erkenntnissen von Fritz Riemann, der in seinem Psychiatrieklassiker „Grundformen der Angst“ (1961) die unterschiedlichen Persönlichkeitstypen ausführlich beschrieben hat: den schizoiden (1), den depressiven (2), den zwanghaften (3) und den hysterischen (3) (oder wie man ihn heute bezeichnet: histrionischen) Charaktertyp …

… damit werden Typen beschrieben, die – sehr vereinfacht gesprochen –

* Angst vor Bindung und Abhängigkeit (1),

* Angst vor Eigenständigkeit und Liebesentzug (2),

* Angst vor Veränderung und Vergänglichkeit (3) sowie

* Angst vor Endgültigem und Freiheitsentzug (4)

haben.

Die neuen Wertequalitäten

Der Schweizer Psychologe Christoph Thomann entschärfte die eingangs genannten, allzu pathologisch-psychiatrischen Begriffe und ersetzte sie durch die Grundstrebungen oder Wertebegriffe von Distanz, Nähe, Dauer und Wechsel. Für die beiden letzteren benutze ich gern die Synonyme Konstanz und Veränderung. So, wie sich unsere Psyche im Spannungsfeld zwischen diesen verschiedenen Ängsten bewegen kann, so sollte sich auch unser Verhältnis zum Partner in einem ständigen Hin und Her zwischen den verschiedenen Grundstrebungen bewegen.

Ein anderer Lebensmittelpunkt im Ruhestand

Meiner Erfahrung nach tritt mit dem Einstieg in den Ruhestand eine komplette Verschiebung des persönlichen Daseinsmittelpunktes ein: Wir verbringen den größten Teil unseres Lebens nicht mehr im beruflichen Kontext oder auf dem Weg zu oder von ihm, sondern im selbst geschaffenen oder gemieteten Wohnumfeld. Und dieser neue Verbleibenszeitraum dauert in der Regel 24 Stunden am Tag, 30 Tage im Monat, 12 Monate im Jahr …  – von einzelnen Unterbrechungen mal abgesehen. Das Wohnumfeld ist im Vergleich zum früheren beruflichen Tätigkeitsbereich in der Regel eher begrenzt – gut, wer über ein Grundstück, einen Garten oder einen Zweitwohnsitz verfügt, um der räumlichen Enge mehr Spiel-Raum und Flexibilität zu verleihen.

BILD Wohnumfeld

Im Gleichgewicht zwischen Distanz und Nähe sein

Nach dem Ausstieg aus einem sach- und zwangorientierten Berufsleben wartet auf viele von uns eine neue Welt struktureller und inhaltlicher Unschärfen. Die neue Situation bedarf einer kommunikativen Anpassung und einer neuen Kultur im Umgang miteinander. Räumen Sie sich gegenseitig die Möglichkeit ein, ihren ureigenen Wünschen, Sehnsüchten und Interessen nachzugehen. Wechseln Sie den Ort des individuellen Geschehens und verlagern Sie einige Ihrer Tätigkeiten in Vereine, Sportstätten oder/und die Natur. Gehen Sie von Zeit zu Zeit auf Distanz zueinander. Nehmen Sie sich Raum zum Atmen, wechseln Sie an Ihren ganz persönlichen Erlebensort. Tolerieren Sie auch die Interessen Ihres Partners und geben Sie ihm die Freiheit, genau das zu machen, was er wirklich will. Suchen Sie dann wieder die Nähe zu ihm. Sie ermöglicht es Ihnen, sich mit dem anderen intensiv auszutauschen über die jeweils gemachten Erlebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen und den eigenen Wissenshorizont zu erweitern. Sorgen Sie in angemessenen Abständen dann wieder für gemeinsame Erkundungen, Zeiten innigen Zusammenseins und den emotionalen Austausch.

Riemann-Thomannsches Modell

Neue Balancen zwischen Kontinuität und Konfusion

Schwingen Sie sich im Ruhestand ein zwischen dem Festhalten an Bekanntem und der Lust nach Umgestaltung. Bleiben Sie neugierig und offen für Veränderung. Unternehmen Sie von Zeit zu Zeit etwas Abenteurliches und Außergewöhnliches. Kehren Sie danach wieder an einen Ort fester Regeln und Muster zurück und erleben Sie Sicherheit und Konstanz. Stellen Sie einmal alles auf den Kopf und drehen Sie noch einmal richtig am Rad! Begeben Sie sich dann wieder in das ruhige Fahrwasser der neugeschaffenen Alltagsstruktur. Renovieren Sie noch einmal aufwendig Ihr Heim und freuen Sie sich dann viele Jahre darüber, in veränderten, aber geordneten Verhältnissen zu leben. Der Königsweg liegt in einer ausgewogenen Relation der Extreme.

Wie im „Wertequadrat“ liegt die Wahrhaftigkeit im Mittenkreuz

Damit Sie in der unruheständischen Zweisamkeit nicht der emotionalen Sprachlosigkeit erliegen, sollten Sie stets aktiv miteinander kommunizieren. Tauschen Sie sich aus über die persönlich gemachten Entdeckungen und Ereignisse des berufsbefreiten Ruhestandes. Kalibrieren Sie sich stets aufs Neue auf die Sichtweisen und Sehnsüchte Ihres Partners. Diskutieren, kritisieren und verreißen Sie vermeintliche Spinnereien als befremdliche Verhaltensweisen, aber akzeptieren Sie sich als reife Persönlichkeiten mit einer hochentwickelten Altersidentität. Entwickeln Sie – weil es die Gesellschaft noch nicht vollbracht hat – untereinander eine qualifizierte Ruhestandskultur. Und kreieren Sie Rituale: Sowohl im großen Rhythmus dieser dritten Lebensphase als auch für den Alltag. Begehen Sie zu wiederkehrenden Anlässen symbolische oder auch spirituelle Handlungen. Gestalten Sie sie attraktiv, abwechslungsreich und anregend. Verleihen Sie ihnen einen hohen Erinnerungswert und sorgen Sie für eine nachhaltige emotionale Komponente. Diese Leuchttürme der sinnlichen Erfahrung stärken die strukturellen Säulen Ihres Hauses Ruhestand ganz enorm.

Erfreuen Sie sich an den Symbolen von Nähe und Gemeinsamkeit.

Genießen Sie Ihre Freiheit, auf Distanz gehen zu dürfen, wenn es nötig ist.

Scheuen Sie nicht die späte Veränderung, das Abenteuerliche im Leben.

Und versichern Sie sich, dass Sie stets zurückkehren können an den Ort der Konstanz.

Anmerkung: Über das „Wertequadrat“ und seine Bedeutung für den (Un-)Ruhestand habe ich früher zwei Blogbeiträge geschrieben. Wer nachlesen möchte, findet die Beiträge unter https://wp.me/p7Pnay-1cl und https://wp.me/p7Pnay-1dc.

Ihr (Vor-)Ruhestandcoach Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2018 | Coaching50plus | http://www.coachingfiftyplus.de

Die Bedeutung des „Wertequadrats“ für den Ruheständler (2)

Foto: pixabay
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Im Teil 1 dieses Titels habe ich versucht, die Grundsätze des Wertequadrats, die u. a. auf Aristoteles zurückgehen, als Entwicklungschance darzustellen. Im Grunde geht es um die Suche nach einem ausgleichenden Verhalten zwischen verschiedenen extremen Werteoptionen, von denen sich je zwei diametral gegenüberstehen oder in gegenseitige Widersprüche verwickelt sind.

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