Es gibt Situationen im Leben, in denen wir ins Grübeln kommen. Grübeln an sich ist ja nichts Furchterregendes, denn es zeigt, dass unser gesunder Verstand auf der Suche nach Lösungen, Auswegen und positiven Ergebnissen ist. Belastend wird es immer dann, wenn wir in Grübelschleifen gefangen sind, aus denen wir auch nach längerer Zeit nicht entkommen. Schlimmer noch: Sie verstärken sich umso mehr, je machtvoller wir versuchen, gegen sie anzugehen.

Hier eine Gebrauchsanleitung, die Schritte aufzeigt, um uns aus dem Brüten und Sinnieren über ein belastendes Thema, ein nachhaltig negatives Ereignis oder ein ungelöstes Problem herausführen kann:

  • Beschreiben Sie Ihr Anliegen so exakt wie möglich. Notieren Sie das Ergebnis unbedingt schriftlich!
  • Stellen Sie fest, wann das Problem nicht da ist und wann es da ist – und wenn ja, mit welcher Intensität und mit welcher Dauer. Wovon hängen Dauer und Intensität Ihres Grübelns ab?
  • Stellen Sie sich nun Ihren Wunschzustand mit all Ihren Sinnen vor: Was soll anstelle des Problems vorhanden sein? Schreiben Sie Ihren wünschenswerten Idealzustand genau auf!
  • Was passiert um sie herum, wenn das Problem nicht da ist? Wie verändert sich die Umgebung, wenn das Problem verschwunden ist? Wie wirkt sich das Fehlen des Problems auf Ihre Gefühle aus? Woran werden Freunde und Partner bemerken, dass Ihr Problem verschwunden ist?
  • Begeben Sie sich jetzt auf Ihre persönliche Lösungssuche. Was könnte ein erster Ansatz zur Verbesserung Ihres Zustandes sein? Welche Alternativen gibt es, die Sie bisher noch nicht ausprobiert haben (auch wenn sie noch so absurd und irreal erscheinen). Wer kann Sie auf Ihrer Suche nach Lösungsansätzen unterstützen? Starten Sie ein  Brainstorming!
  • Wählen Sie aus den gefundenen Ansätzen eine Variante aus, bestimmen Sie einen ersten Schritt und gehen Sie ihn! Dann einen weiteren … Geben Sie nicht zu zeitig auf!
  • Wenn es trotz Ihrer Mühen nicht funktioniert: suchen Sie nach Alternativlösungen und tun Sie etwas anderes!
  • Tun Sie vor allem mehr von dem, was klappt. Vermeiden Sie ganz bewusst Situationen, die das alte Problem und Ihren schlechten Zustand wiederbeleben könnten!

Hinweis: Testen Sie diese Handlungsanweisung zuerst an einem „mittelschweren“ Problem.

Für die kleineren Grübelschleifen und alle diejenigen, denen diese Prozedur zu aufwendig erscheint, gibt es noch „radikalere“ Kurz-Interventionen. Die stelle ich Ihnen in einem der Folgeblogs vor. Bleiben Sie bis dahin gespannt!

Ihr (Vor-)Ruhestandscoach und Resilienztrainer Wolfgang Schiele

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