Neurologische Ebenen

Es war ein Geniestreich, den Robert Dilts mit der Erschaffung seiner „Neurologischen Ebenen“ hinlegte. Einer seiner Mentoren, Gregory Bateson, hatte mit seinen Lernebenen dazu einen wichtigen und vorauseilenden Beitrag geleistet …

Die Neurologischen Ebenen von Dilts

Auf der Grundlage der hierarchischen Lerntypen von Gregory Bateson entwickelte der Vertreter der 2. NLP-Generation eine universell anzuwendende, aufeinander aufbauende Kategorientreppe, die mit zunehmender Höhe immer abstrakter und komplexer wird. In den ersten drei Etagen, den sog. „Sachebenen“, sind die Personen und Situationen noch visuell, akustisch und haptisch erlebbar. Sie sind vorwiegend materieller Natur. In den höheren Etagen, den sog. persönlichen Ebenen, ist der Zugang nur noch über indirekte Wahrnehmungen, die zwingend einer internen und/oder externen Kommunikation bedürfen, möglich. Weil sie sich vorwiegend im Geist abspielen und unser Modell von der Welt widergeben.

Eigene Erfahrungen

Ich selbst nutze die Dilt´schen Ebenen seit vielen Jahren in Beruf und Alltag. Als ich vor vielen Jahren eine Messekonzeption für den Vorstand meines Unternehmens zu verteidigen hatte, flog ich im ersten Versuch hochkant aus der Vorstellung. Ich hatte den Fehler gemacht, mit meiner Argumentation auf den unteren Ebenen zu beginnen (u. a. „Was brauchen wir?“, „Was kostet das?“ oder „Welche Personalkapazitäten werden benötigt?“). Meine zweite Chance nutzte ich erfolgreicher: Ausgehend vom Sinn, vom Leitbild und von der Rolle unseres Unternehmens – also vom Ideellen zum Materiellen, von oben nach unten durch die Ebenen kommend – erreichte ich mühelos mein Ziel. Führungskräfte wollen eben von einer abstrakteren Denkebene aus abgeholt und erst dann mit den Detailfakten vertraut gemacht werden – wenn überhaupt …

Unschätzbare Vorteile auch für die Ruhestandsplanung

Die Neurologischen Ebenen eignen sich auch sehr gut für das eigene „Projektmanagement im Alter“ – soll heißen: Greifen Sie als (Un-)Ruheständler ruhig noch einmal größere Aufgaben auf, nehmen Sie anspruchsvolle Herausforderungen an, aber arbeiten Sie nach einem logischen Plan, der sowohl den Weg aufzeigt als auch die wichtigsten Schritte beschreibt. Dafür schlage ich den Weg durch die „Kompetenzpyramide“ – wie ich sie auch nenne – von unten nach oben vor. Und damit der Spaziergang  durch die einzelnen Ebenen verständlicher wird, stehen hinter jeder der einzelnen Ebenen bestimmte grundsätzliche Fragen …

Auf geht´s!

Wo? Wann? Wie lange? Mit wem? …

Stellen Sie sich diese Fragen der ersten Ebene, der Basisebene „UMWELT“: Wo möchte ich mein Ruhestands-Projekt realisieren? Wer soll alles beteiligt sein? Wann werde ich starten, die ersten zielgerichteten Schritte unternehmen? Wie lange soll es dauern? Wird es nur kurzfristig oder „fristlos“ sein? Und: welche Ressourcen und Mittel im weitesten Sinne benötige ich?

Was?

Nach Klärung des Kontextes stellen Sie sich die folgenden grundsätzlichen Fragen nach der STRATEGIE und dem VERHALTEN: Was alles muss ich tun? Und in welchen Schritten? Sollte ich mir nicht für langfristige Vorhaben eine Strategie zurecht legen? Was im Umgang mit den Beteiligten am Projekt muss ich beachten, wie mit ihnen kommunizieren, damit ich mein Ziel auch erreiche? Wie gehe ich mit Förderern, wie mit Bremsern an meinem persönlichen Ruhestandsprojekt um?

Wie?

Stellen Sie sich danach die Frage nach dem „Wie“: Welche meiner FÄHIGKEITEN ist besonders gefragt und prädestiniert für die Umsetzung meines Ruhestandsprojektes? Wie werde ich es am besten tun? Benötige ich noch weitere Kenntnisse, Wissen oder Fertigkeiten, um mein Projekt erfolgreich zu machen? Muss ich Wissen „dazukaufen“? Welche meiner Qualitäten und Potenziale muss ich abrufen, um dem Projekt den nötigen „drive und speed“ zu geben?

Warum?

Ohne die eigene Motivation geht es nicht. Was treibt mich an, das Projekt anzugehen und durchzustehen? Warum tue ich gerade das? Bin ich von ihm, meinem Projekt, überzeugt? Glaube ich daran? Entspricht es meinen aktuell wichtigsten Werten? Gleichen Sie also Ihre WERTEWELT und Ihre GLAUBENSSÄTZE an Ihrem Projekt ab und überprüfen Sie, ob Sie Widersprüche oder/und Konflikte zwischen Ihren Wertvorstellungen und den Projektzielen feststellen. Und ob Sie – falls die Prüfung positiv ausfällt – damit leben können.

Wer bin ich? Welcher Gruppe gehöre ich an?

Prüfen Sie als Nächstes Ihre Rolle(n) bei der Planung, Organisation und Realisierung Ihres Projektes: Fühle ich mich berufen, es umzusetzen? Erkenne ich mich wieder in dem Projekt? Fragen Sie sich: Bin ich das wirklich? Und fühle ich mich, wenn ich z. B. ein Buch schreibe, zugehörig zur Gruppe der Autoren? Will und kann ich aus tiefstem Herzen dazugehören? Ist es meine IDENTITÄT, wenn ich gerade dieses „Alters“-Projekt umsetze?

Wozu?

Zu guter Letzt steht die Sinnfrage an. Und die muss jeder ganz individuell für sich beantworten, denn unsere Existenz hat uns nicht per se einen Lebensauftrag mitgegeben. Ist das, was ich unter meinem persönlichen Ruhestandsprojekt verstehe, geeignet, eine – wenn auch nur geringfügige Spur – auf dieser Welt zu hinterlassen? Macht es für mich SINN, dies zu tun? Kann ich mein Ruhestandsprojekt als einen winzigen Baustein im Verbund des großen und ganzen Weltgefüges verstehen? Wie kann ich es einordnen in den Weltenplan und damit ggf. auch etwas tun für die Veränderung in der Welt …?

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Die „Neurologischen Ebenen“ – obwohl weder neuro noch logisch – bilden einen exklusiven roten Faden für die Planung und Umsetzung größerer Aufgaben und Vorhaben. Auch im Alter. Sie haben den Vorteil, dass man nichts Wichtiges vergisst, sowohl die materiellen als auch die ideellen Voraussetzungen für ein Ruhestands- oder Altersprojekt prüft und dabei intensiv sein eigenes Leben reflektiert.

Wem die o. g. Beschreibungen nicht ausreichen – stelle ich Interessenten gern ausführliches Material mit beipielhaften Fragen zur Verfügung. Einfach eine E-Mail an info@coachingfiftyplus.de senden …

Ihr (Vor-)Ruhestandscoach Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2018 | Coaching50plus | http://www.coachingfiftyplus.de

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