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„Welcher Teufel hat dich denn geritten, dass du dir mit einem Studium der Psychologie den Ruhestand versaust? Warum genießt du nicht einfach deine neu gewonnene Zeit, machst Urlaub am Stück und lässt es dir einfach nur gutgehen – so, wie ein ganz normaler Rentner nach seinem Berufsleben?“, fragt ihn eines Tages ein Nachbar, der ihn regelmäßig das Haus Richtung Bahnhof verlassen sieht.

Robert K. ist in der Tat nun Woche für Woche unterwegs und pendelt mit dem Vorortzug an die nahegelegene Uni. Und in der Tat: An manchen Tagen kämpft er mit seinem inneren Schweinehund, der ihn ab und an zurückhalten will von seinen Plänen. Ist das wirklich meine Berufung, meine Passion im Ruhestand? Wofür nehme ich die Strapazen des Lernens und des Pendelns in Kauf? Welche Folgen könnte es haben, wenn sich mit meinen späten Interessen an der Psyche des Menschen die Machtverhältnisse in der Familie verschieben?

Robert fühlt sich nach einem Semester zwar gefestigt in seiner Selbstbeziehung und in seiner Vermutung bestätigt, dass man Menschen in Führungspositionen nicht ohne ein Minimum an psychologischem Grundwissen auf andere Menschen loslassen sollte. Es macht ihm Spaß, zu erfahren, dass die jüngste wissenschaftliche Disziplin ein unerhörtes Zukunftspotenzial besonders in Hinblick auf die nächste Welle der industriellen Revolutionen besitzt. Und eine wunderbare Bereicherung in der täglichen Kommunikation mit alten Freunden geworden ist. Aber passiert da nicht auch etwas in seiner Beziehung zur Ehefrau?

Robert kommt zu dem Entschluss, seine bessere Hälfte noch intensiver mit seiner neuen Gedanken- und Erlebniswelt vertraut zu machen. Vielleicht hat er sie bisher zu wenig in seine Pläne einbezogen und nur sein eigenes Ego bedienen wollen. Er bittet sie, ihm Situationen aus ihrer beruflichen Praxis zu schildern, die einer psychologischen Bewertung bedürfen oder über die alltäglichen Neurosen ihrer Vorgesetzten zu berichten. Gern nimmt er nun die praktischen Fälle aus dem Berufsleben seiner Frau auf und versucht, diese im Rahmen der verordneten Hausaufgaben und Belegarbeiten zu verarbeiten. Und Rückmeldung zu geben, damit seine Ehefrau besser für die Wechselfälle des Berufsalltags gewappnet ist.

Was die nachbarlichen Seitenhiebe auf seine Berufung nach dem Beruf betreffen, ist Robert K. nun soweit gefestigt, dass er sie ertragen kann. Er hat mittlerweile erste Copingstrategien entwickelt. Er erinnert sich an eine Übung aus dem Büchlein, das ihm sein Therapeut geschenkt hat und sendet eine Botschaft an sein Selbst: „Auch wenn dich die Nachbarn noch so sehr von Deinem Vorhaben abraten wollen und alles unternehmen, um dir das passive Rentnerdasein schmackhaft zu machen, schätzt und achtest du dich, so wie du bist!“ Diese Affirmation hinterlässt in ihm eine wohltuende und gelassen machende Wirkung.

Mach weiter so, Du wirst noch einigen Herausforderungen begegnen und einige Hindernisse beseitigen müssen, aber du bist auf dem richtigen Weg! Dem Rückweg zu deinem Selbst!

Die größten Turbulenzen hat Robert K. hinter sich gelassen –  nun kann er wie ein Phönix aus der Asche steigen. Das geschieht vermutlich in der Episode 11 „Verwandlung und Wiedergeburt“.

Die vorrangegangenen Teile finden Sie im blog oder unter nachfolgenden links:

Einstimmung zur Heldenreise „Versuch einer persönlichen Metamorphose“
https://wp.me/p7Pnay-X7
Episode 1 – „Die heile Welt“
https://wp.me/p7Pnay-Xg
Episode 2 – „Der Ruf zum Abenteuer“
https://wp.me/p7Pnay-Xn
Episode 3 – „Die Weigerung“
https://wp.me/p7Pnay-XP
Episode 4 – „Begegnung mit dem Meister“
https://wp.me/p7Pnay-XV
Episode 5 – „Überschreiten der ersten Schwelle“
https://wp.me/p7Pnay-Yl
Episode 6 – „Bewährungsproben“
https://wp.me/P7nay-YF
Episode 7 – „Vordringen zur tiefste Höhle“
https://wp.me/p7Pnay-Z1
Episode 8 – „Entscheidende Prüfungen“
https://wp.me/p7Pnay-109
Episode 9 – „Die Belohnung“
https://wp.me/p7Pnay-10Y

Ihr (Vor)Ruhestandscoach Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2018 | Coaching50plus | http://www.coachingfiftyplus.de

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