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Mit den fortschreitenden Wochen verliert sich unser Held immer mehr in endlosen Grübelschleifen. Robert K. befindet sich nicht nur in einer Art geistigen Stillstands.

Er hat einiges versucht und anderes begonnen, ohne dass ihn diese Verlegenheitsbetätigungen in einen befriedigenden und ausgleichenden Zustand gebracht hätten. Ihm ist schon gar nicht mehr bewusst, dass er die letzten Freunde schneidet und immer wieder die Vorschläge seiner Frau für gemeinsame Vorhaben ausschlägt. Er befindet sich auf einem Rückzug in sein Inneres, aber auch dort findet er nur Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit vor. Robert K. findet weder einen freudvollen Einstieg in den Tag noch gelingt ihm eine sinnvolle Kommunikation mit seiner Frau. In den Nächten liegt er wach und stellt sich immer wieder die Frage nach dem wahren Sinn im Leben. Er wirkt mehr und mehr nach innen gekehrt und seine Augen starren, wenn er allein zu Hause sitzt, stundenlang ins Leere. Nach außen hin setzt er hin und wieder noch sein zufriedenes Ruhestandsgesicht auf, aber es ist nur eine Maske und es fällt ihm immer schwerer, anderen Menschen im aufrechten Gang zu begegnen.

An einem neblig-grauen Wintertag – Robert K. graust sich bereits vor den endlosen Stunden bis zum Abendessen – blickt er im Vorübergehen auf das Hochzeitsbild seiner Eltern, die viel zu früh verstorben sind. Und er beginnt darüber nachzudenken, welche Entbehrungen sie als einfache Arbeiter auf sich genommen hatten, um ihm eine angenehme Kindheit, eine sorglose Jugend und ein anspruchsvolles Studium zu gewährleisten. Hatten sie vielleicht Träume, die sie gern verwirklicht hätten, aber nicht konnten, weil die finanziellen Mittel fehlten? Und weil ihnen das wohl des Sohnes am Herzen lag? Und inmitten dieser Gedanken versetzt sich Robert selbst wieder in seine Kindheit zurück. Welche Träume, Ideen und Visionen hatte er als kleiner Junge vom Leben? Welche heimlichen Wünsche trug er in sich und hütete sie wie seinen Augapfel? War es sein eigener Wunsch und Wille gewesen, ein Ingenieurstudium aufzunehmen? Oder tat er es den Eltern zuliebe, die ihm eine bessere Welt bereiten wollten? Und denen gegenüber er sich verpflichtet fühlte? Was ist da womöglich liegengeblieben in seiner Biografie, welchen Gedanken und Zukunftsideen hatte er entsagt? Wohin hätte er abbiegen können auf der Straße seines Lebens? Und ist es moralisch richtig, die Vergangenheit als suboptimal zu bewerten und nun den zurückgelegten Weg als Irrweg zu betrachten? Muss Robert sich noch rechtfertigen für eine neue Entscheidung? Und wenn ja: vor wem?

Langsam nehmen seine Gedanken Fahrt auf. Plötzlich ist Robert nicht mehr paralysiert, sondern sucht eifrig den Kellerschlüssel. Er weiß, dort steht eine große Kiste. Und wenn er sich nicht irrt, dann enthält sie noch ein Fragment seiner frühen Herzenswünsche. Wie ein Magnet zieht ihn ein Gedanke seiner frühen Jugend an, den er nun im reifen Alter aufgreifen und damit seine veruntreute Biografie noch korrigieren könnte. Er hastet die Treppe hinunter, stürzt fast noch auf den letzten Stufen und steht dann vor der großen Truhe, dessen Schlüssel er in Händen hält. Sekunden später hat er das Schloss geöffnet und hält in den Händen, was ihm wie ein verschütteter und fast schon verlorener Schatz vorkommt: ein Buch …!

Worum es sich bei dem Buch handelt und wie es mit unserem Protagonisten weiter geht wird die Episode 8 „Entscheidende Prüfungen“ beantworten. Bleiben Sie weiter gespannt!

Wer einzelne Episoden verpasst hat oder gern von Anfang bis Ende lesen möchte – hier die links zu den bisherigen Etappen der Heldenreise:

Einstimmung zur Heldenreise „Versuch einer persönlichen Metamorphose“
https://wp.me/p7Pnay-X7
Episode 1 – „Die heile Welt“
https://wp.me/p7Pnay-Xg
Episode 2 – „Der Ruf zum Abenteuer“
https://wp.me/p7Pnay-Xn
Episode 3 – „Die Weigerung“
https://wp.me/p7Pnay-XP
Episode 4 – „Begegnung mit dem Meister“
https://wp.me/p7Pnay-XV
Episode 5 – „Überschreiten der ersten Schwelle“
https://wp.me/p7Pnay-Yl
Episode 6 – „Bewährungsproben“
https://wp.me/P7nay-YF

Ihr (Vor)Ruhestandscoach Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2018 | Coaching50plus | http://www.coachingfiftyplus.de

 

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