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In den ersten sechs Monaten seines Ruhestandes hat Robert K. so manches begonnen und einiges wieder sein gelassen. Einerseits hat ihm die „Späte Freiheit“ eine Vielzahl von Wahlmöglichkeiten eröffnet, andererseits fühlt er sich unzufrieden mit den Ergebnissen seines Tuns. Irgendwie will ihm das begonnene Stückwerk an Aktivitäten nicht so recht befriedigen – und er fühlt sich trotz einer Reihe von neuen Kontakten und Interessen wie ein Stück treibendes Holz im aufgewühlten Wasser.

Gerade hat er ein Stück Abstand zu seinem bisherigen Beruf gewonnen. Er ist ein wenig erstaunt darüber, dass es ihm verhältnismäßig leicht fällt, nicht mehr in den strukturellen und fachlichen Denkschemata seines Berufes gefangen zu sein. Und doch vermisst er etwas, was ihm in der Vergangenheit sehr wichtig erschien: Das wohlwollende Nicken seines Vorgesetzten bei Erreichen eines Wochenziels, die anerkennenden Worte seiner Abteilungsleiterkollegen in der Bereichssitzung und den fühlbaren Respekt, den ihm seine Mitarbeiter tagtäglich entgegengebracht haben. Er ist sichtlich bemüht, einer Beschäftigung nachzugehen, von der er sich Wertschätzung seitens seiner Freunde und Familienmitglieder erhofft. Doch seine Versuche, Anschluss im Vereinsleben zu finden oder ein Netzwerk bei LinkedIn zu aufzubauen, machen weder ihn glücklicher noch werden sie von der Familie positiv aufgenommen und gewürdigt. Im Gegenteil: er fühlt sich allein gelassen und betrachtet sich als jemanden, der in jedes Fettnäpfchen tritt, das sich ihn in den Weg stellt. Seine Ehefrau wird auf Grund ihres Alters noch für einige Jahre im Job bleiben und erwartet nach einem langen Arbeitstag einen ausgeglichenen und gutgelaunten Ehemann im Haus. Und keinen miesepetrigen und mit seinem Ruhestand unzufriedenen Gatten. Sein Sohn, der vor  ein paar Monaten nach Asien gegangen ist, um dort am Aufbau einer neuen Montagelinie mitzuwirken, lässt nur selten von sich hören und wähnt seinen Vater glücklich und erfüllt ob seines Rentnerdaseins.

Robert K. fühlt sich an manchen Tagen unnütz und überflüssig. Nicht, weil ihm der Beruf fehlt, sondern ihm die sinnvollen Ideen für den Tag ausgegangen sind. Und weil sich niemand mehr an ihn wendet mit einer anspruchsvollen Aufgabe, die ihn herausfordert und sein Wissen und seine Erfahrungen abverlangt. Er will angesprochen und gebraucht werden, er möchte sich einbringen mit seinen Kompetenzen und Fähigkeiten in den Kreislauf des gesellschaftlichen Lebens. Und langsam wird ihm bewusst, dass es eines neuen Lebenskonzeptes und neuer nachhaltiger Ziele bedarf, um den inneren Halt und die eigene  Zukunftszuversicht wieder zu gewinnen.

Es wird weiter gehen auf der Heldenreise von Robert K. An seinem nächsten Reiseziel wird er zu seinen schlimmsten Ängsten vordringen. Seien Sie gespannt auf Episode 7.

Einstimmung zur Heldenreise „Versuch einer persönlichen Metamorphose“
https://wp.me/p7Pnay-X7
Episode 1 – „Die heile Welt“
https://wp.me/p7Pnay-Xg
Episode 2 – „Der Ruf zum Abenteuer“
https://wp.me/p7Pnay-Xn
Episode 3 – „Die Weigerung“
https://wp.me/p7Pnay-XP
Episode 4 – „Begegnung mit dem Meister“
https://wp.me/p7Pnay-XV
Episode 5 – „Überschreiten der ersten Schwelle“
https://wp.me/p7Pnay-Yl

Ihr (Vor)Ruhestandscoach Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2018 | Coaching50plus | http://www.coachingfiftyplus.de

 

 

 

 

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