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Mal Hand auf´s Herz: Viele von uns sind doch wieder glücklich und zufrieden, wenn die Feiertage mit den Strapazen um das Last-Minute-Geschenk, das deftig-umfängliche, mehrere Tage andauernde Festessen und die nach zwei Stunden langsam lästig werdende Verwandtschaft überstanden sind. Was lang ersehnt wurde, wird nun zur Qual und bedarf der Hoffnung auf ein Ende der nicht immer friedvollen und beschaulichen Feierlichkeiten.

Oder liege ich da völlig falsch? Psychologen zufolge sollen sowohl der Jahresurlaub als auch die Festtage im Dezember ein Auslöser für das Hochschnellen der Scheidungsraten sein. Sei es, weil man es nicht gewohnt ist, für längere Zeit ununterbrochen mit dem Partner unter einem Dach zusammen zu leben, sei es, weil die Verwandtschaft nach der routinemäßigen Abarbeitung von Wetterdaten und dem obligatorischen Geschenkeaustausch in alkoholentspannter Manier auf schwelende familiäre Konflikte umschwenkt.

Bei Thyde Monnier, einer französischen Schriftstellerin, bin ich beim Thema hinsichtlich der Geschenkewahl insofern fündig geworden, als dass nicht Zwist und Streit, sondern Liebe im Vordergrund stehen sollten:
„Ein Geschenk ist genau so viel wert, wie die Liebe, mit der es ausgesucht wurde.“

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Wo wir gerade beim Schenken sind: Weihnachten, so lese ich, sei der Orgasmus des Kapitalismus. Und in der Tat – die vier apokalyptischen Reiter haben uns voll im Griff zu dieser Zeit: amazon mit seinen auf unsere enorme Kaufkraft schielenden aggressiven Warenangeboten, facebook mit den ständig nervenden Kontakt-, Freundschaft- und Like-Anfragen und seinem datengierigen Sammelwahn, Google mit den allumfassenden Sofortantworten auf jede Frage dieser Welt und Apple mit knopflosen Universaltelefonen, die sich scheinbar jedes Jahr smarter denn je erneuern. Besonders natürlich vor Weihnachten, versteht sich. Bei google gesucht, bei amazon gefunden und gekauft und über ein Apple-Tablet bei facebook der ganzen Welt berichtet. Eine ununterbrochene Wertschöpfungskette – ganz besonders für die tonangebenden Konzerne dieser Welt.

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Also: lassen wir es an uns vorbeirauschen, das Fest der Feste. Wir sollten uns nicht Jahr für Jahr wieder anstecken lassen von der Ideenflut und Verkaufswut der Einzelhänlder und Geschenkevermarkter. Nutzen wir unseren Gleichmut und die in uns steckende Gelassenheit, um den eigenen Mittelpunkt zu finden und für ein paar Augenblicke innezuhalten, zur Ruhe zu kommen. Nehmen wir uns etwas Zeit für uns selbst und reflektieren die schönen Tage des bald zu Ende gehenden Jahres. Und schließen wir Frieden mit uns und der Welt. Und wenn es auch nur für einen Moment ist …

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In diesem Sinne: ein relaxtes Weihnachtsfest und einen gelingenden Start 2018!

Ihr (Vor)Ruhestandscoach Wolfgang Schiele

© Wolfgang Schiele 2017 | Coaching50plus | http://www.coachingfiftyplus.de

 

 

 

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